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Mittlerweile kann ich sagen, dass ich mich schon so richtig gut in der Hauptstadt eingelebt habe. Ich habe in meiner Joga Stunde schon ein paar richtig nette Frauen kennen gelernt und wir treffen uns auch mal außerhalb der Joga Stunden zum Kaffee in der Stadt. Heute Abend wollen wir uns sogar alle zum Abendessen bei Maria treffen, die hat uns alle zu sich in ihr Haus nach Zehlendorf eingeladen. Ich bin schon sehr neugierig auf ihr Haus. Aber bestimmt hat sie ein sehr sehr schönes, denn auch ihr Kleidungsstil ist herausragend gut und individuell. Sie kleidet sich immer mutig, aber dabei nicht aufdringlich oder gar unpassend. Alles passt immer ganz harmonisch zusammen und trotzdem setzt sie auf ihre Art neue Trends, zumindest in unserer Frauentruppe. Was Maria trägt, das wollen alle anderen einen Tag später auch haben. Manche haben eben ein Gefühl für Mode und andere nicht. Also Petra zum Beispiel hat es einfach nicht und ich fürchte, sie wird es auch nie lernen, wie man sich richtig kleidet.
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Gut, dass es auch das letzte Mal nichts schlimmes war. Da war ich echt erleichtert, aber Martin muss eben auch endlich einsehen, dass er besser auf sich aufpassen muss und dass er sich auch besser ernähren muss. Er isst eindeutig zu viel Fleisch und er trinkt eindeutig zu viel Kaffee, also einfach etwas mehr Gemüse und etwas mehr Wasser das wär doch schon ein Anfang, aber da ist der Martin irgendwie total stur und uneinsichtig, er findet nämlich überhaupt nicht, dass er sich schlecht verhält in Sachen Essen. Er findet, dass er äußerst diszipliniert ist und auf sich aufpasst. Gut, das sehen die Männer wohl etwas anders als wir Frauen. Die sind ja schon froh, wenn sie es einmal im Monat schaffen, joggen zu gehen oder ins Fitness zu gehen... Ich hingegen mache jeden Tag Joga und sogar zwei mal die Woche zusätzlich auch noch Pilates. Ja gut, fairerweise muss ich natürlich dazu sagen, dass ich eben auch nicht 16 Stunden am Tag arbeite, im Gegensatz zu meinem Mann.
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Der Martin, der hatte heute wieder Herzprobleme. Schon mittags kam er mit Fieber von der Arbeit zurück und ich habe mir auch wirklich große Sorgen gemacht. Was hast du denn, mein Liebster? Geht es dir nicht gut? Warum bist du denn jetzt schon von der Arbeit zurück? Er meinte: Weißt du Liebling, mein Herz schlägt heute wie verrückt und dazu auch noch unregelmäßig und ich fühle mich gar nicht gut. Daraufhin bin ich mit ihm direkt ins Marienhospital gefahren, bei uns um die Ecke, um ihn durchchecken zu lassen. Ich habe nämlich große Angst, das schon wieder was mit seinem Herz ist, so wie 2009, da hatte Martin nämlich eine kleine Herzattacke. Gott sei Dank ist damals alles ganz glimpflich ausgegangen, aber der Arzt meinte eben auch, dass Martin unbedingt besser auf sich und auch auf seinen Körper aufpassen muss und dass er sich schonen muss und weniger arbeiten soll.
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Hallo ich bin es wieder, eure Marie-Luise. Ja, und diesmal entschuldige ich mich nicht, dass ich so selten hier geschrieben habe, denn ich kann mich ja auch nicht an allen Enden und Ecken entschuldigen. Es reicht ja, wenn ich mich schon bei meinem Mann Martin dauernd entschuldige, weil ich so lange im Internet bin. Er beschwert sich nämlich immer, wenn ich abends noch im Internet surfe, weil er meint, dann müsse ich für ihn da sein und dass ich ja den ganzen Tag über genug Zeit habe, im Internet zu surfen. Aber der weiß ja gar nicht, was ich alles zu tun habe. Von wegen ich kann den den ganzen Tag im Internet rum surfen. Ab und zu schreibe ich hier und ab und an bestelle ich mir ein paar Klamotten online, oder manchmal auch irgendetwas fürs Haus oder so, also Deko mein ich, ja hübsch haben will es der Martin ja zu Hause schließlich auch!
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Vor drei Tagen waren Udo mit samt seiner ganzen Band dann bei uns in Berlin zu Gast. Martin hat sich sehr gefreut, als er von unserem Überraschungsgast erfuhr. Der Abend war auch wirklich lustig mit den Jungs und mein Rehgulasch ist mir und natürlich auch meiner Haushaltshilfe, der Karin, wirklich ausgezeichnet gelungen. Dafür haben wir dann aber auch eine ganze Menge an Komplimenten bekommen, das hat mir auch ganz gut gefallen. Udo meinte noch, dass Jutta bestimmt neidisch werden wird, wenn er ihr von dem schönen und lustigen Abend bei uns erzählt. Das hat mich gefreut und außer das Udos Jungs für meine Begriffe ein bisschen viel getrunken haben, hat es mir auch wahnsinnig Spaß gemacht. Also vor allem Gerhard, der hat sich nun wirklich gar nicht zurück gehalten, kann ich euch sagen. Und er hat ständig, also wirklich ununterbrochen unseren Rotwein gelobt. Am Ende hat er dann auch ein bisschen gelallt.
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Ich habe euch doch von Jutta und Udo erzählt und könnt ihr euch vorstellen, wen ich heute in Berlin getroffen habe? Ja genau, den Udo, der war beruflich hier mit seiner Band und wir sind uns wirklich rein zufällig auf dem Kudamm begegnet. Wir sind uns freudig um den Hals gefallen und dann habe ich ihn, zusammen mit seiner Band, zu uns nach Hause in die Wohnung eingeladen und zwar zum Abendessen. Ohja, und jetzt muss ich alles besorgen, also das ganze Essen und den Wein, ich ruf gleich mal Karin, unsere Haushaltshilfe an, und frage sie, ob sie mir bei den Besorgungen helfen kann. Es ist nämlich echt ziemlich viel und ich weiß nicht, ob ich es allein schaffe, noch alles zu besorgen, vorzubereiten und zu kochen ohne Karins Hilfe, mein ich. Und sie, eine Seele von Mensch, hat sofort zugesagt. Sie meinte, ich solle heim gehen und mir Gedanken machen, was ich kochen möchte und sie geht derweil einkaufen, auch den Wein. Und so machen wir es!
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Wir haben dieses Jahr im Skiurlaub auch ein sehr nettes Paar kennen gelernt: Jutta und Udo. Jutta ist, genau wie ich Innenarchitektin und sie praktiziert auch noch, und Udo, der ist Musiker und auch in Österreich kein Unbekannter. Er macht Volksmusik und da stehen die Leute hier ja anscheindend voll drauf, stimmts? Ja, es war sehr nett mit den beiden, wir haben sie an der Hotelbar kennen gelernt und dann haben wir eigentlich die kompletten zwei Wochen zu viert verbracht. Es war sehr schön, jetzt, wieder in Berlin, vermisse ich die beiden schon fast, aber es kann auch sein, dass ich einfach nur unseren gemeinsamen Urlaub vermisse – sorgenfrei lebt man in den Tag hinein und eigentlich hangelt man sich immer von Essen zu Essen. Hm, ich liebe das Essen auf den Hütten, also zu hause wäre mir genau das viel zu rustikal aber auf die Hütte passt genau so ein Essen und nichts anderes!
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Hallo hier bin ich mal wieder, ja ich weiß, ich habe euch, meine treuen Leser und Mitfieberer die letzten Wochen wieder einmal ein wenig vernachlässigt. Aber hier bin ich ja nun :) Martin und ich wir waren im Skiurlaub in den letzten zwei Wochen. Nein, wir fahren nicht die ganze Zeit über Ski, dafür sind wir schon zu alt ;) wir gehen zwischen drin auch mal zwei drei Tage wandern oder so. Und es hat richtig Spaß gemacht. Wie immer. Wir genießen unsere Winterurlaube immer sehr, aber wir waren noch nie so spät Ski fahren, wie dieses Jahr, zumindest kann ich mich daran nicht erinnern. Und wir hatten zwar gute Schneeverhältnisse, aber eben auch richtig viel Sonne, sodass ich auch einen Abdruck von der Skibrille um die Augen herum bekommen habe. Ja, da sieht man, wie auch oder sogar gerade bei Schnee die Sonne knallen kann, das unterschätzt man schon mal, ne.
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Hoffentlich kommen mich meine Schwester und meine Nichten und Neffen auch mal in Berlin besuchen. Ich habe sie auf jeden Fall mehrmals hierhin eingeladen und ich bzw. wir haben ja auch wirklich ausreichend Platz in der Wohnung für Besuch. Wir haben drei riesige Gästezimmer und mit den zwei Bädern werden wir uns die paar Tage schon auch noch arrangieren können. Ich denke auch Martin wird nichts dagegen haben, obwohl sich Charlotte und Martin ja nicht so gut verstehen. Ja, das ist wegen früher: Als ich damals Martin heiraten wollte, habe ich erst mit meiner Schwester gesprochen und die hat mir abgeraten, ihn zu heiraten. Sie empfand ihn als einen arroganten Schnösel und meinte, dass er nicht gut für mich und für meine Zukunft sei. Und genau das habe ich Martin im Affekt, also im Zuge eines schlimmen Streits mal erzählt. Seitdem kann Martin eben, vielleicht auch verständlicherweise, Charlotte nicht mehr leiden.
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München war super schön! Ich liebe diese Stadt. Gerade im Frühjahr und Sommer ist es einfach wundervoll dort. Aber auch jetzt, zu dieser herbstlichen Jahreszeit lässt es sich hier ganz gut aushalten. Meine Schwester Charlotte wohnt mit ihrer Familie im schönen Stadtteil Schwabing, sie haben dort ein nettes Haus mit Garten und fühlen sich dort alle sichtlich wohl. Ich finde es sehr traurig, dass meine Schwester und ich so weit auseinander wohnen. Ich habe sie nämlich sehr sehr gerne und wir stehen uns auch wirklich sehr nahe. Ich denke, wir haben auch mehr oder weniger einen ähnlichen Charakter und kennen uns natürlich schon ewig, so dass wir uns oft ohne ein Wort zu sprechen sozusagen blind verstehen. Charlotte ist aber auch wirklich eine tolle Frau und überhaupt ein toller Mensch, sie hat auch so viel Energie, erstaunlich! Davon würde ich sehr gerne mal etwas abbekommen! Aber ich denke, entweder hat man es, oder man hat es nicht.
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Ich vermisse meine Schwester und meine Nichten und Neffen so sehr, dass ich beschlossen habe, sie zu besuchen, denn sie können mich schlecht besuchen, da sie in München alle so gebunden sind und ich hier eben nicht in Berlin. Eine Woche werde ich sie besuchen fahren und eine Woche lang werde ich sie unterstützen, wo ich nur kann, ich werde mit meinen Nichten und Neffen schöne Dinge unternehmen und mit meiner Schwester werde ich bestimmt, wie immer, stundenlang quatschen und alles. Bei dem einen oder anderen guten Glas Rotwein abends, oh man, ich freu mich schon riesig, ich kann es ja kaum noch erwarten und morgen, ja morgen geht’s dann ja auch schon los. Bestimmt wird mein Mann, der Martin ein bisschen böse sein über den Plan, dass ich nach München fahre. Er hasst es nämlich allein zu sein und allein zu schlafen und allein zu frühstücken, aber da muss er ja jetzt wohl durch.
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Doppelbelastung ist gut, häufig ist es ja sogar noch eine dreifach Belastung, wie zum Beispiel auch bei meiner Schwester Charlotte: Sie hat Kinder und davon auch noch drei Stück und dann noch einen Mann und natürlich einen Haushalt und eben noch einen Job. Das ist wirklich erstaunlich, wie sie das alles unter einen Hut bekommt. Also alles bekommt sie dabei auch nicht unter einen Hut, aber das meiste schon. Sie ist sehr sehr straff durchorganisiert, aber gut, das geht wohl auch nicht anders und jedes Kind weiß genau, wann es was zu tun hat. Gut, dazu hat sie natürlich noch zwei Nannys eingestellt, aber ohne die, wäre dieses Mammutprojekt ja auch unmöglich, nicht wahr? Hach ja, meine Schwester, die Charlotte, die vermisse ich richtig im Moment und jetzt wohnen wir noch weiter voneinander weg als vorher schon, Charlotte lebt nämlich mit ihrer Familie in München, ihr Mann arbeitet dort in einer Privatbank.
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Aber jetzt haben wir es ja auch mit dem Einzug geschafft. Fast sind wir jetzt eingerichtet. Alle Sachen sind in der Wohnung, aber noch nicht alle sind am rechten Platz. Das braucht sicher noch eine Weile. Gut, dass ich nicht arbeite und gut, dass ich noch ein bisschen Zeit für die Einrichtung hier haben bzw. uns die Zeit dafür einfach nehmen. Aber eigentlich überlässt mir Martin eigentlich alles allein. Er ist eben dafür zuständig, uns die Brötchen zu verdienen und ich bin dafür zuständig, es uns so richtig nett und hübsch zu machen, also die Wohnung. So haben wir eben eine ganz klare, ja und auch eine ganz klassische Arbeitsteilung und ich bin auch davon überzeugt, dass es nur so einwandfrei funktioniert, stimmts? Ich mag mir ja gar nicht ausmalen, wie viel Arbeit es wäre, wenn wir auch noch Kinder zu versorgen hätten oder so. Ich weiß ja gar nicht, wie das andere Frauen schaffen, diese Doppelbelastung. Haushalt und Kinder.
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So, jetzt sind wir umgezogen. Ja, es tut mir leid, dass ich schon lange hier nicht mehr geschrieben habe, aber ihr könnt euch ja sicherlich vorstellen, was alles los war in meinem Leben und in dem meines Mannes. Nein, ihr könnt es euch nicht vorstellen, dieser Stress der letzten Wochen, der war einfach unglaublich! Also der Auszug aus unserem alten Haus ist ja ganz gut und geplant verlaufen, aber der Einzug in die neue Wohnung, der hat sich da schon etwas schwieriger gestaltet. Und zwar ist der alte Flügel meiner Mutter dabei fast zu Bruch gegangen, das war schon ein ziemliches Drama! Mein Gott, was habe ich da geschrien und getobt als ich das bemerkt habe. Das ist ein Erbstück und was für ein schönes. Aber gut, jetzt ist es passiert und die Versicherung zahlt es ja wenigstens. Das ist wenigstens ein kleiner Trost, aber den Typen, der dafür verantwortlich war, den hab ich direkt rausgeschmissen, ist ja klar.
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Alle Leute sind seitdem wir erzählt haben, dass wir bald wegziehen von hier ganz anders und teilweise auch super freundlich. Selbst die Schrulle, die drei Häuser weiter wohnt und die, wenn sie überhaupt was zu uns gesagt hat, dann immer nur böses, selbst die ist auch einmal total nett und zuvor kommend. Vielleicht ist sie so froh, dass wir endlich wegziehen, vielleicht ist sie aber auch wehmütig, dass wir von hier wegziehen, wer weiß das schon?? Naja, auf jeden Fall fang ich auch schon selbst die Leute an zu vermissen, die ich eigentlich nie leiden konnte. Das ist schon komisch oder? Wie sich dann der ganze Blick auf die Dinge verändert, wenn man wegzieht, wenn man seine Zelte abreißt und von a nach b geht. Ganz seltsam fühlt sich das an und ich denke so geht es auch den Leuten, die sich im Moment so komisch verhalten.
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So, morgen ist es soweit, wir ziehen um nach Berlin und wir verlassen unser Haus hier im Taunus. Wow, meine Gefühle fahren momentan echt Achterbahn, einmal freu ich mich und dann plötzlich werde ich furchtbar traurig, es geht immer so hin und her und her und hin. Eine Achterbahn der Gefühle! Schon vor ein paar Tagen haben wir begonnen uns von den ganzen Nachbarn hier in der Umgebung zu verabschieden. Das war traurig, ja und letztes Wochenende da haben Martin und ich eine große Abschiedsparty hier in unserem Haus und in unserem Garten gegeben. Das war vielleicht ein Spaß und gleichzeitig flossen eben auch hier und da ein paar Tränchen. Ich hasse Abschiede, aber ich liebe eben auch Neuanfänge. Ich denke, dass alles so seinen Sinn hat und richtig ist im Endeffekt und dass alles gut wird! Ich hoffe es zumindest sehr und bete dafür, dass alles gut werden wird!
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Also wir sind wirklich sehr glücklich mit der neuen Wohnung, wobei da jetzt schon noch eine Menge gemacht werden muss, zum einen müssen alle Räume noch einmal geweißt werden und zum anderen werden die Bäder und auch die Küche noch ein bisschen aufgehübscht, ein bisschen abgeschmirgelt bzw. lackiert. Das alles bezahlt uns sogar der Vermieter, das ist ganz schön und angenehm. Den Vermieter durften wir letztens in Berlin auch direkt kennen lernen, es ist ein wirklich sehr netter älterer Herr mit Seemannsbart und sehr freundlichen dunkelblauen Augen, ich habe direkt Vertrauen zu ihm gefasst. Gut, jetzt haben wir schon einen ersten Kontakt in Berlin, unabhängig von den Geschäftspartnern und Bekannten meines Mannes. Ich hoffe, dass wir in Berlin sehr schnell Anschluss finden und dass wir uns bald auch hier so richtig heimisch fühlen, das ist momentan wirklich mein größter Wunsch und ich hoffe sehr, dass er auch ganz bald in Erfüllung geht.
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Hallo, ihr Lieben, hier bin ich mal wieder. Ich melde mich jetzt erst, weil Martin und ich eine ziemlich stressige Zeit hinter uns haben. Die Wohnungssuche hat uns doch viel Kraft und auch viele Nerven gekostet. Aber jetzt haben Martin und ich was schönes gefunden. Es ist eine Wohnung um Westend in Berlin, wundervoll gelegen, direkt neben einem Park, es ist ein Altbau und der Altbau hat sogar zwei wundervolle und reizende Balkone. Insgesamt eine Quadratmeterzahl von 180. Also wirklich eine ziemlich große und hochherrschaftliche Wohnung. Auch gibt es dort zum Beispiel Kassettenwände und vieles mehr. Die einzige Sache, bei der ich einen Kompromiss eingehen musste, das waren die Bäder. Ich wollte eigentlich drei Stück, die eben auch groß und schick und geräumig sind, und wir haben nur zwei jetzt in der Wohnung, die dazu noch recht klein ausfallen. Aber gut, man muss sich im Leben immer auf Kompromisse einlassen.
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Ich muss sagen, ich bin ja eh ein totaler Brücke Fan und insbesondere Ernst Ludwig Kirchner finde ich enorm faszinierend. Allerdings war er ja zumindest sexuell schon ein bisschen komisch drauf. Mit der Fränzi und den anderen Jungmodels, also das würde heutzutage ja gar nicht mehr gehen, irgendwie wurde das früher eher noch toleriert. Heute gäbe es zig Organisationen, die direkt eingreifen würden. Aber auch die Beziehungen, die Kirchner zu den Frauen hatte, fand ich doch sehr interessant. Da gab es zum einen die Doro und dann noch ein paar Tänzerinnen aber auch und das darf nicht vergessen werden, seine feste und langjährige Freundin Erna, die er ja am Ende sogar noch geheiratet hat, glaube ich zumindest. Ja, Kirchner war auf seine Weise schon besonders, auch die Bilder aus seiner Davoser Zeit finde ich ziemlich toll und faszinierend. Am Ende hat er sich dann ja selbst umgebracht, weil er an Depressionen litt und weil er sich und seine Kunst und sein ganzes Leben im Kopf nicht mehr aushalten konnte.
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Mitten drin hat sicher einen Vorteil, wobei man dabei natürlich vergisst, dass mitten drin gleichzeitig auch heißt, dass viel Lärm und so weiter direkt vor der Haustür ist. Es ist laut und schmutzig und auch der Verkehr ist natürlich wesentlich mehr als eben mehr außerhalb. Naja, so gibt es eben für alles ein für und wider. Wir müssen uns eben entscheiden. Wichtig ist eben auch, das Martin, so heißt mein Mann, schnell zu seiner Arbeit kommt, also schnell zum Potsdamer Platz, zumindest muss die Wohnung dafür günstig liegen. Aber direkt am Potsdamer Platz möchte ich mit Sicherheit auch nicht wohnen, das will selbst Martin nicht. Denn der Potsdamer Platz ist wie ich finde nämlich schon ziemlich hässlich und nicht schön gemacht worden nach dem Krieg. Apropos Potsdamer Platz, ich habe letztens eine Kirchner Ausstellung gesehen. Unter anderem waren da auch sehr interessante Bilder vom Potsdamer Platz dabei.
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